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Dr. Sybille Plogstedt „Im Netz der Gedichte“

Dr. Sybille PlogstedtFrau Dr. Sybille Plogstedt stellte am 6. September 2018 ihr Buch „Im Netz der Gedichte – Gefangen in Prag nach 1968“ in der Zentralbibliothek vor.

Sibylle Plogstedt war 24 Jahre alt, als sie 1969 von der Staatssicherheit der Tschechoslowakei verhaftet wurde. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Petr Uhl war sie in der Opposition gegen den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes aktiv gewesen. Sie verbrachte eineinhalb Jahre in Haft. Danach blieb sie in ihren traumatisierenden Erinnerungen gefangen. Erst nach dreißig Jahren kann sie sich den drängenden Fragen der Vergangenheit stellen: Warum willigte sie in die Ausweisung aus der Tschechoslowakei ein und verließ Petr und Prag? Was hatte es mit ihrer Gedichte schreibenden Zellengenossin auf sich?

Die Veranstaltung wurde von Dr. Hans-Dieter Wöllenweber mit einem Grußwort eröffnet. Er beschrieb in bewegenden Worten seine Erinnerungen an den Prager Frühling und die Zeit danach.

Im anschließenden Interview, durch die Moderatorin Heidi Bohley, wurden viele interessante Details des Lebens der Autorin angesprochen. Zum Beispiel was zu ihrer Verhaftung führte und wie sie mit den Geschehnissen ihren Frieden machen konnte. Wie sie sich nach der Wende sogar mit der Frau wiedertraf, mit der sie in einer Zelle saß und die sie dort mutmaßlich mit Hilfe selbst geschriebener Gedichte (daher auch der Titel des Buches) mürbe machen sollte.

Der Lesung des Eingangskapitels des Buches durch Fr. Dr. Plogstedt folgte eine rege Diskussion.

Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Naumann-Stiftung und dem Verein Zeit-Geschichte(n) e.V. statt.