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Andreas Speit / Susann Bischof: Reichsbürger - Die unterschätzte Gefahr

Am 14. Februar stellten Andreas Speit (Experte für Rechtsextremismus) und die Autorin Susann Bischof ihr Buch „Reichsbürger – die unterschätzte Gefahr“ in der Zentralbibliothek vor.
Über 40 Interessierte diskutierten anschließend mit den Autoren über das Phänomen der Reichsbürger. Moderiert wurde die Veranstaltung von Frau Plassa von der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt.

In Deutschland werden mehr als 12 000 Menschen zu den sogenannten Reichsbürgern gerechnet. Für sie ist die Bundesrepublik kein souveränes Staatsgebilde, sondern bestehen die Deutschen Reiche aus der Zeit vor 1945 fort. Gegenwärtig würden fremde Mächte im Hintergrund die Fäden ziehen. Manche von ihnen gründen auch eigene Reiche, wie etwa Peter Fitzek, der „König von Deutschland“ in Wittenberg, stellen eigene Pässe und Führerscheine aus. Viele erkennen die deutschen Behörden nicht an, verweigern Bußgeldzahlungen und Steuern.
Lange Zeit hielt der deutsche Staat die Angehörigen dieser Szene für Spinner und tat sie als ungefährlich ab – bis im Oktober 2016 ein Polizist in Franken von einem Reichsbürger erschossen wurde. Nicht alle Reichsbürger und Reichsbürgerinnen haben dabei ein geschlossenes extrem rechtes Weltbild, die Nähe zum Rechten Denken ist aber über die Reichsidee gegeben und häufig sind die Grenzen fließend.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt mit der Stadtbibliothek Halle.