Jahr 2026
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Tipp des Monats - Lina Gustafsson: Die Schlachthaus-Tagebücher
/ Lina Gustafsson ; aus dem Schwedischen von Maike Barth. - Deutsche Erstausgabe, 1. Auflage - Berlin : Ullstein extra, 2021. - 234 Seiten ; 21 cm
Lange Wimpern, Ringelschwanz, dunkle Kulleraugen, Steckdosennase und oft wie ein kleines Lächeln auf den Lippen. So werden uns Schweine oft in Werbung und anderen Medien beschrieben und gezeigt.
Lina Gustafsson gibt in Ihrem Buch „Die Schlachthaus-Tagebücher“ einen Einblick hinter die Mauern eines Schlachthauses. Sie arbeitete selbst eine Zeit lang als Veterinärin in einem Schlachthaus und dokumentierte ihre Eindrücke und Aufgaben in Form von Tagebucheinträgen. Dabei sieht sie bei den Schweinen alles - Krebs, Geschwüre, Abszesse, Entzündungen oder Blessuren. An all dem leiden Schweine, die für den menschlichen Verzehr geschlachtet werden. Aber das ist noch lange kein Grund, sie nicht weiterzuverarbeiten. Die betroffenen Stellen werden herausgeschnitten und der Rest wird weiterverarbeitet. Aufgrund von Züchtungen wurden Schweine genetisch so verändert, dass die Veränderungen der Muskelfasern bei Stress fast komplett eliminiert wurden. So hat das Schwein zwar Stress, aber die Weiterverarbeitung ist nicht gefährdet. „Man hat das Schwein verändert, nicht dessen Umgebung.“ Viele der Paragrafen im Tierschutzerlass bezeichnet die Autorin als leere Versicherungen, die die Missstände in den Schlachthäusern und der Fleischindustrie nicht genug bekämpfen.
Intelligente und sehr soziale Tiere wie Schweine es sind, ähneln sie uns Menschen auch in Sachen Gefühle und emotionalen Bindungen.
Wir selbst rümpfen die Nase beim Geruch eines Schweinestalls. Schweine selbst haben sogar einen besseren Geruchssinn als wir Menschen. Und diese Tiere leben ihr ganzes Leben in diesem Gestank. Und das dann noch auf schmutzigen und meist nassen Betonböden.
Viel zu viele Tiere sind dort zusammengepfercht. Da gibt es keine sozialen Strukturen. Die Schweine können nicht entscheiden, ob sie die Gruppenmitglieder mögen oder nicht. Es gibt dann entweder Kämpfe bei denen Blut fließt oder sie lassen alles über sich ergehen.
Um Hunde und Katzen weinen wir oder tun alles Mögliche, damit es ihnen bessergeht und an nichts fehlt. Schweine mästen wir, schlagen sie und zum Schluss vergasen wir sie und reden uns ein, das wäre die beste und wirtschaftlichste Methode für die Tiere. So sollte und dürfte im Sinne des Tierwohls nicht weitergehen!
Empfohlen von Frau Schumann / Zentralbibliothek.
Standort:
Zentralbibliothek / 1. Etage und in der Onleihe
Tierhaltung
U 321
Gust

